Wappen
Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde: 8. März 1966
Aussteller: Landesregierung/Landeshauptmann Hans Sima
Graphik: Alexander Exax
Beschreibung: In Grün drei durch schwarze Riemen mit einem schwarzen Buckelring verbundene silberne Schilde im Dreipass.
Fahne: Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen
Erläuterungen: Die Gemeinde Steuerberg erstreckt sich im bergigen Gelände nördlich der Bezirkshauptstadt Feldkirchen und wird von der Straße durch die Enge Gurk auf die Flattnitz bzw. ins Gurktal durchquert. Seit jeher ist die Gegend stark land- und forstwirtschaftlich bestimmt, wenngleich dem Fremdenverkehr auch hier eine immer stärkere Bedeutung zukommt. Große Teile der in den letzten Jahrzehnten stark angewachsenen Bevölkerung sind Auspendler in die nahe Bezirksstadt Feldkirchen oder an noch entferntere Arbeitsorte.
Während der heutige Gemeindehauptort erstmals um 1130/50 als Tovernich überliefert ist, war der historische Verwaltungsmittelpunkt die 1169 genannte Burg Steuerberg, die ihren Namen als Besitz der steirischen Markgrafen erhielt (sinngemäß „steirische Burg“) und von seinen Ministerialen erbaut und bewohnt wurde. Aus ihrem Burgfried (Niedergerichtsbezirk), dem östlichsten Teil des Landgerichtes Himmelberg und dem Dominium Goggau entstand das heutige Gemeindegebiet. Im Zuge der flächendeckenden Gemeindebildung wurden 1850 die Katastralgemeinden Wabl, Alt- und Neusteuerberg sowie Wachsenberg einer neuen Großgemeinde Feldkirchen zugeschlagen, von der die Wahlmänner der genannten Katastralgemeinden 1864 jedoch die Trennung beschlossen und zwei Jahre später die Konstituierung einer eigenen Ortsgemeinde Steuerberg erreichten. 1923 wurde der südlichste Teil der Katastralgemeinde Wachsenberg an die Gemeinde Waiern angeschlossen, schließlich erhielt Steuerberg 1973 kleine Teile der Katastralgemeinden Dragelsberg und Wullroß von den Gemeinden Himmelberg bzw. Weitensfeld.
Das Wappen nimmt Bezug auf die namengebende Burg Steuerberg bzw. auf das erstmals nachweisbare Siegel und Wappen der auf der Burg ansässigen Ministerialen. Während von den älteren Steuerbergern, die nach 1238 mit den Brüdern Amelrich und Heinrich ausgestorben sein dürften, keine Siegel überliefert sind, begegnet das heutige Gemeindewappen erstmals am Siegel des Otto von Steierberg an einer Urkunde vom 15. Juni 1305 (Kärntner Landesarchiv). Es zeigt auf dem Schild drei kleinere, durch schwarze Riemen am mittleren Buckelring befestigte silberne Schilde, welche den Hauptschild offenbar verstärken und widerstandsfähiger machen sollten (eine ähnliche Form der Schildverstärkung hat sich im Wappen Portugals erhalten). Mit Steuerrudern, wie immer wieder zu lesen, hat das Wappen nichts zu tun! Die Farben Grün-Silber (Grün-Weiß) wurden in bewusster Anspielung auf den Namen und die ältere Geschichte der Burg von der Steiermark abgeleitet, bringen aber auch den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde zum Ausdruck.
Quelle: Wilhelm Deuer, Die Kärntner Gemeindewappen, Klagenfurt (Verlag des Kärntner Landesarchivs) 2006, 274f.